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Erfahrungsberichte von ehemaligen Mitgliedern:

Avatar-Kurse sind ein psychisches Risiko - ehemalige Avatar-Kursbesucher berichten über ihre Erfahrungen. Beitrag von Christian Egg im Magazin Saldo Nr. 3/2009.
© Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion von Saldo

Eldon M. Braun war, wie die meisten Avatarianer Ende der Achtzigerjahre, ein Scientology-Aussteiger. Er kam 1987 zu Avatar, als die Bewegung noch in ihren Anfängen steckte. Braun erzählt aus seiner Sicht, wie sich Avatar entwickelte, worum es dabei ging und weshalb er sich später wieder distanzierte. Natürlich gibt es zu allem zwei Ansichten. Hier die Gegendarstellung von Avatar dazu.

Lilians Gespräche mit Marianne, erste Avatar-Masterin der Schweiz; mit Pierre, der einmal bei Scientology und auch bei Avatar war; mit Bruno über OSHO und Avatar.

 

Erfahrungsberichte auf dieser Seite:


Vorsätze über Bord geworfen - Auch wer sich eingehend mit den Themen Freiheit und Abhängigkeit beschäftigt hat, ist nicht davor gefeit, sich selbst in Abhängigkeiten zu verlieren.

Der Kaiser ist nackt! - Tami Lubitsh ist Avatar-Masterin und Wizard. Sie arbeitet als Journalistin und hat den folgenden Brief an eine holländische Kollegin geschrieben, die über Avatar berichten will.

Avatar - ein irrealer Weg ohne Ziel - Markus R. Brauers Begegnung mit einer «Avatarin»

Avatar hat Anne bereits fest im Griff - aus dem Hamburger Abendblatt

Begegnung mit einer «Avatarin» zum zweiten: Eine Juni-Liebe - die Geschichte von Adrian

So habe ich Avatar erlebt - Wie Petra ihren Avatar-Kurs und ihren Avatar-Master, der sie betreute, erlebt hat.



vorsätze über bord geworfen

ich hatte einen freund, ein maler und dichter, ein mathematiker, physiker und denker, früher mal waldorflehrer gewesen, in dieser funktion lernte ich ihn kennen, er unterrichtete meine drei töchter.

wir blieben lange zeit in freundschaftlichem kontakt, mir gefielen seine gedichte und einige seiner bilder habe ich in meiner wohnung. vor mehr als einem jahr erzählte er mir voller begeisterung von avatar, das sei endlich ein weg für ihn, auf der leiter des erfolges hinaufzuklettern und seine ungelösten probleme in den griff zu kriegen - mit der mutter, mit der exfrau, mit dem bruder....

aus den begeisternden erzählungen wurde bald ein drängen, dass ich auch einen solchen kurs belegen möge, da mir doch das schicksal so sehr zugesetzt hätte, und ich solle doch endlich dadurch mein inneres potential zur wirkung bringen. das geld dafür kommt "von selbst", wie er meinte, darüber bräuchte ich mich nicht zu sorgen, nach dem motto: "wem gott schickt ein häslein, dem gibt er auch ein gräslein", so dachte ich damals.

aus zeitgründen habe ich seinen einladungen nie folge geleistet, bis er mal meinte, ob ich denn wirklich so weiterleben wolle (?). ich war dann einmal bei ihm, da hatte er den master schon, und er machte eine art minikurs-einführung mit mir, welchen ich als sehr ermüdend und fruchtlos gehalten habe - es ging damals um körperliche beschwerden, die ich hatte.

danach hörte ich sehr lange zeit nichts mehr von ihm, erst vor ein paar wochen wieder, als er mich von den staaten anrief, und mich nach einer wohnung fragte, woraus ich schloss, dass seine beziehung zu der gefährtin, durch die er "avatar" kennengelernt hatte, anscheinend zu bruch gegangen war.

vor einer woche rief er mich an, und erzählte von einem treffen in einer wiener wohnung, ich hatte gerade zeit und ging hin. dort waren 3 masters und vier neugierige neulinge, mich und mein freund als master eingeschlossen. es gab minikurse zur auswahl, und ohne viel erklärende worte danach ein angebot, den nächsten 9-tägigen kurs in suhl zu buchen. ich fühlte mich total überrumpelt und sagte, ich müsse wohl erst urlaub kriegen und vorallem wüßte ich nicht, wie ich das bezahlen sollte - mit fahrt und unterkunft mehr als 3.200,00 EUR!!

da begannen 2 der master auf mich einzureden in einer art und weise, die mich gleichermassen faszinierte und abstieß, und ich verließ sehr schnell den ort. kaum saß ich in meinem auto, war mir blitzschnell klar, dass ich mich keinesfalls auf das wagnis "avatar" einlassen werde. zumal mir das angebot noch dazu sehr dürftig erschien und die methode mehr als fraglich! ich bin sehr betrübt, dass mein freund anscheinend ziemlich tief drinnen steckt und sich so sehr verändert hat, für mich bleibt nur der rückzug und abbruch der freundschaft.

ich habe jahrelang die "philosophie der freiheit" studiert, und ich weiss, dass auch dieser genannte freund sich mit dem schulungsweg beschäftigt hat, umso mehr erschüttert es mich, ansehen zu müssen, dass er scheints alle einmal gewonnen erkenntnisse über bord geworfen hat und diesem primitivismus verfallen ist.

mein name ist monika, und ich lebe in wien und ich betrachte mich als freien, vernunftbegabten menschen.

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Der Kaiser ist nackt!

Tami Lubitsh ist Avatar-Masterin und Wizard. Sie arbeitet als Journalistin und hat den folgenden Brief an eine holländische Kollegin geschrieben, die über Avatar berichten will.

Hallo Fremde,

ich habe keine Ahnung, wer du bist und dennoch hast du die eine Frage gestellt, die mir Klarheit gebracht hat. Als ich heute morgen aufwachte, fühlte ich mich kristallklar und endlich frei. Nach der E-mail, die ich Dir gestern geschrieben habe, hatte ich das Gefühl, dass da irgendwo das fehlende Glied versteckt ist. Etwas, das ich schon kenne, aber immer noch nicht ganz verstehe.

Du musst deinen Artikel heute fertigstellen, also schreibe ich diese Mail hauptsächlich für mich selbst, als Dankeschön für den kurzen, nachhaltigen Besuch, den du in meinem Leben abgestattet hast.
Es ist das, was ich als die Wahrheit über den Avatar-Kurs und über Star´s Edge betrachte.

Du bist schon drin in diesem Spiel, du hast schon einen Köder geschluckt. Der Avatar-Kurs, der Masterkurs, der Professional- und der Wizardkurs basieren alle auf einer einzigen Indoktrination: "Dies ist ein ganz besonderer und fortschrittlicher Kurs über die Technologie des menschli-chen Lebens."
Die Wahrheit ist, dass das nicht wahr ist. Man kann die Avatar-Materialien in ein paar Sätzen zusammenfassen und man braucht keine grossartigen Studien, um zu begreifen, wie selbstver-ständlich und gewöhnlich diese Ideen sind. Der Kernpunkt ist, dass hier niemand überhaupt irgendwelche Materialien verkauft!
Was sie verkaufen, ist lediglich die Idee, dass dies eine Art von einzigartigem Werkzeug sei, fast magisch. Wenn Du erst einmal diese Überzeugung von ihnen angenommen hast, hängst Du schon am Haken fest, wie ein Fisch, der den Köder geschluckt hat. Ich bin Avatar aus mei-nem Leben nicht mehr losgeworden, weil da tief in mir drin der Gedanke war, dass da etwas ganz Besonderes dran sein müsse und ich sei nur zu dumm, um es zu begreifen. Natürlich fragt man sich, ist es wirklich möglich, dass alle diese freundlichen und netten Leute so begeistert sind von einem derartigen Nichts? Das klingt doch völlig verrückt und unmöglich.

Aber genau das ist der Fall. Der Kaiser ist nackt. Die wunderbaren Kleider sind nicht zu kurz oder zu lang, zu hell oder zu dunkel, zu wirksam oder zu wenig wirksam. Da sind ganz einfach überhaupt keine Kleider.

Schauen wir uns einmal dieses ganz besondere Avatar-Kleid an: Alles dreht sich darum, die Achtsamkeit zu verschieben.

Der erste Teil, das ReSurfacing, ist eine Reihe von Übungen, die sich um das Setzen von Zie-len und das Verschieben von Achtsamkeit drehen. Das ist ungefähr so komplex wie das, was Eltern tun, wenn ihr Baby schreit. Sie versuchen, seine Aufmerksamkeit auf etwas anderes zu lenken. Ich sehe ein, dass das funktionieren kann und dass es Erwachsenen helfen kann, sich daran zu erinnern, dass man seine Aufmerksamkeit immer auf irgend etwas anderes richten kann, wenn es irgendwo wehtut. Das hilft vielleicht, wenn das Problem in einem geistigen Alp-traum besteht. Aber wenn du Krebs hast und richtest deine Aufmerksamkeit auf etwas anderes, dann wird das Resultat sein, dass du nicht mehr rechtzeitig die notwendige medizinische Be-handlung bekommst. (Eine Avatar-Masterin aus meinem Bekanntenkreis ist gestorben, nach-dem sie sich entschieden hatte, das Problem gehöre endgültig der Vergangenheit an, wenn sie einfach die Realität kreiert: "ich bin gesund"

Kommen wir zum zweiten Teil, ein weiterer Schritt auf dem Weg, in den Besitz der Magie zu gelangen. Hier gibt es drei Gruppen von Übungen: Bei einer geht es darum, sich mit den Gefüh-len von Objekten, Tieren oder Ideen zu identifizieren. Eine wohlbekannte Übung, die in Schau-spielschulen verwendet wird oder als grundlegende Meditationsübung: "Fühle Dich wie eine Tomate". Wieder richtest du deine Aufmerksamkeit auf ein Objekt, konzentrierst Dich darauf und verschiebst Deine Gewahrsamkeit. Damit kann man seinen Geist beruhigen. Es ist eine grundlegende und wohlbekannte Übung, überhaupt kein Teil irgendeiner geheimen Methode. Man braucht da nichts drüber aufzuschreiben. Sie gibt den Leuten eigentlich sehr viele Möglich-keiten, aber die Anweisungen für die Übung sind sehr diffus und ungenau und man ist auf das OK des Masters angewiesen, um weiterzumachen. Hierdurch entsteht eine Situation, in der dein "Master" etwas weiss, was Du nicht weisst, und dadurch in der Position ist, Dich zu testen, gerade so, als ob jemand anderer in der Lage wäre, zu beurteilen, was und wieviel du fühlst. (Nebenbei, mir ist noch nie eine Tomate begegnet, die sich beklagt hätte, sie sei nicht richtig gefühlt worden)
Wenn der Master mit dir zufrieden ist, kommst du zu einer Reihe von Übungen, die im Grunde nur aussagen, dass "wir nur das Etikett einer Sache spüren, aber nicht die Sache selbst".
Bingo! Das ist jetzt aber ein gewaltiges Ding. Es bedeutet, wenn du etwas als wundervoll emp-findest, dann hat das nichts mit der Sache zu tun, sondern nur damit, wie du es siehst. Wenn da also Menschen mit Tränen der Rührung in den Augen erzählen, dass Avatar ihr Leben verän-dert habe und dass es der erstaunlichste Kurs sei, den sie jemals gemacht hätten, dann hat das mit dem Kurs doch überhaupt nichts zu tun. Es ist nur ein Gedanke, ein Etikett, das dir jemand aufgeschwatzt hat, und du warst hilflos genug, ihm das abzunehmen. Mit dem Kurs hat das gar nichts zu tun.
Die letzte Übung in diesem Teil behandelt das Kreieren von Realität. Wiederum ist es ganz ein-fach für jeden Menschen, zu kreieren: "ich bin glücklich, ich zu sein" (das haben Menschen schon in extremsten Situationen kreiert.)
Zu kreieren: "ich bin gesund", ist ganz einfach, wenn man es auch wirklich ist. Wenn man aber Krebs hat, ist das etwas ganz anderes.

Nach diesem Teil des Kurses muss man sich entscheiden, ob man weitermachen will oder nicht. Entscheidet man sich dafür, in dieses Königreich der allererstaunlichsten Technologie einzutreten, in diese wunderbare Welt, dann muss man jetzt aufschreiben, was es einem bisher gebracht hat. Das bedeutet, um es nun endlich zu bekommen, muss man bezahlen und zu-gleich seinen Master davon überzeugen, dass man es auch verdient hat. Schliesslich sind des Kaisers neue Kleider nicht billig, und sind auch nicht für jeden gedacht. An diesem Punkt muss der König seine Schneider bezahlen und ihnen zugleich beweisen, dass er überhaupt würdig ist, diese wunderbaren Gewänder zu tragen.

Wenn diese kleine Zeremonie vorüber ist, beginnen die Studenten mit dem dritten Teil, in dem sie lernen, zu diskreieren. (Natürlich erst, nachdem sie erfolgreich gelernt haben, zu kreieren. Dieser Teil ist nun ein völliger Witz. Wenn es ein Theaterstück wäre, würde sich das Publikum vor Lachen wälzen. Leider ist es keine Komödie, sondern eine vollendete Gehirnwäsche. Das Ausmass an Dramatik in diesem Teil hängt völlig vom Master und seinen schauspielerischen Fähigkeiten ab.
Nach der Initiation probiert der Student seine neuen Kleider in allen möglichen Bereichen seines Lebens aus, und sie machen weiter und weiter und diskreieren alle möglichen Dinge in ihrem Leben. Der Kurs ist beendet, wenn sie buchstäblich alles diskreiert haben, was existiert, und dazu einen hübschen und möglichst überzeugenden Erfolgsbericht geschrieben haben.

Nach alledem sollte man eigentlich erwarten, dass der Kaiser, der gerade einen Haufen unsichtbarer Kleider gekauft hat, jetzt rufen würde, dass der Kaiser doch nackt ist, und dass er nichts anderes bekommen hat, als was in jedem beliebigen Buch über Persönlichkeitsentwick-lung beschrieben wird. Doch weit gefehlt! Selbst in dem Märchen war es nur ein kleiner Junge, der schrie: "Der Kaiser ist nackt!" Niemals wird es der Kaiser selbst sein, der schreit !

Ist das Ganze denn nun gefährlich? Für manche sehr sensible Menschen, die kein starkes Selbstbewusstsein haben, kann der Gruppendruck vernichtend sein. Das zweite Problem, das für manche Menschen verheerend sein kann, besteht in der Kluft zwischen der wirklichen Reali-tät und ihrer selbstgeschaffenen. Je grösser diese Kluft wird, desto mehr tendieren diese Men-schen dazu, dem Kult zu verfallen; zu verleugnen, was wirklich los ist und sich letztlich in ihren Illusionen völlig zu verlieren.
Die Gefahr für "normale" Menschen ist die Illusion von Allmacht, denn es ist eine Illusion, die früher oder später zusammenbrechen muss. Da stellt sich die Frage, wie wird ein Mensch rea-gieren, wenn das richtige Leben an seine Tür klopft und ihn dazu zwingt, aufzuwachen? Manch einen kann diese Erfahrung nahezu niederschmettern.
Die wesentliche Lektion, die ich in jener Zeit gelernt habe, ist es, sehr vorsichtig zu sein wenn jemand mir Werkzeuge anbietet, mein Leben zu verändern und eine bessere Zukunft zu er-schaffen. In den allermeisten Fällen werden sie Dir nämlich erst einmal ein grosses Stück dei-ner Selbstbestimmung wegnehmen. Im Fall von Avatar ist das im wesentlichen Dein Geld, das Vertrauen anderer Personen und Deine geistige Freiheit. Im äussersten Fall ist es wie mit Hitler, der dem deutschen Volk eine bessere Zukunft versprach (die es ja verdient habe, weil es den anderen so überlegen sei)

Jetzt möchte ich meine Geschichte erst einmal zu den Akten legen. Ich habe Dir ja geschrieben, dass ich es eines Tages würde abschliessen können. Nun ist dieser Tag früher gekommen, als ich erwartet habe. Ich weiss nicht, ob Du das verwenden kannst oder nicht. Aber wenn du es benutzt, dann kannst du mich mit meinem vollen Namen zitieren.....

Als Mensch und als Journalistin betrachte ich es heute als meine Pflicht, laut zu schreien: "DER KAISER IST NACKT!" Schliesslich habe ich ungefähr 30.000 Dollar und etliche Jahre meines Lebens für diese unsichtbaren Kleider bezahlt.

Das war es nun, Unbekannte. Ich bedanke mich bei Dir, und ich wünsche Dir nur das Beste, egal wer Du bist und was Du grade tust.

Alles Liebe,
Tami Lubitsh

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avatar - ein irrealer weg ohne ziel

Begegnung mit einer «Avatarin»

Überwältigende Ausstrahlung

Bedingt durch meine Arbeit (ich bin Inhaber einer Werbeagentur) nahm ich vor etwa vier Jahren auf der Suche nach neuem Klientel Kontakt mit der Leiterin eines ´Therapie - und Gesundheitszentrums´ im Süden Baden Württembergs auf. Das Therapiezentrum wurde eben erst eröffnet und so sah ich hier eine Chance, die neu gegründete Praxis durch Marketingstrategien zu unterstützen. Bereits am Telefon war mir Frau K., die Inhaberin, sehr sympatisch und nachdem sie sich kurz über meine Dienstleistung informiert hatte, vereinbarten wir noch am selben Nachmittag einen Termin in ihrer Praxis.

Als mir Frau K. die Türe öffnete, war ich einigermaßen überrascht! Niemals hatte ich eine attraktive, junge Frau erwartet, wie sie nun so vor mir stand! Ihr Lächeln, ihre offensichtliche Energie und diese liebenswerte Art faszinierten mich vom ersten Augenblick an! So sprachen wir also im Laufe des Termines nicht nur über mögliche Werbemassnahmen. Das Gespräch wurde nicht nur sehr viel länger als geplant, sondern auch immer persönlicher und vertrauter. Frau K. erzählte mir von ihrer Kindheit, vom Tod ihres Vaters und dass dieser aufgrund eines Ärztepfuschs sterben musste. Dies veranlasste sie, den Beruf als Therapeutin zu ergreifen. Bereits an diesem Tag fiel zum ersten Mal, zunächst nur am Rande, der Begriff AVATAR. Nachdem mir dieser Begriff nicht geläufig war, erklärte mir Frau K., dass sie eine AVATAR - Trainerin ist und versprach, mir bei nächster Gelegenheit mehr Informationen über AVATAR zu geben. Damit drückte sie mir einige Fotokopien in die Hand, welche für AVATAR werben sollten. Wir vereinbarten einen neuen Gesprächstermin und ich verabschiedete mich.

Das Gespräch und vor allen Dingen diese Frau gingen mir nicht mehr aus dem Kopf! Seit diesem ersten Treffen sollten wir uns immer häufiger sehen und es entwickelte sich eine enge Freundschaft. Ich konnte mit Manuela (Frau K., Name geändert) über alles reden und so erzählte ich ihr auch aus meinem Leben, welches nicht immer leicht war. Immer wieder lud sie mich ein, den AVATAR - Kurs zu besuchen und ich bemerkte dazu, dass ich derzeit das Geld für diesen Kurs nicht übrig hätte, da ich viel Geld in die Firma investieren muss.

Stark und selbstbewusst

Manuela machte auf mich von Anfang an immer den Eindruck einer starken, selbsbewussten und erfolgreichen Frau und abgesehen davon sah sie auch noch blendend aus! Die Praxis war riesig, wunderschön eingerichtet in einer alten, restaurierten und modernisierten Mühle. Vor dem Haus stand ein nagelneues Auto und auf der Wiese hinter dem Haus grasten Manuelas Pferde.

Im Laufe der Zeit spürte ich, dass Manuela ein immer stärker werdendes persönliches Interesse an mir zeigte! Dabei hielt sie sich zwar dezent zurück, weil sie wusste, dass ich in einer festen Beziehung lebte, aber sie liess dennoch keine Gelegenheit ungenutzt, mich spüren zu lassen, dass ihr viel an mir lag. Während sie mich (nebenbei bemerkt: kostenlos) massierte, gab es dazu immer wieder die Gelegenheit. Da Manuela selbst auch in festen Händen war, war diese Frau für mich jedoch tabu. Während dieser Zeit versuchte Manuela, mich in langen Geprächen von AVATAR zu überzeugen und betonte immer wieder, dass sie ihren Erfolg nur dem zu verdanken habe, was sie bei AVATAR lernen durfte. Sie sagte mir oft, dass in ihrem Leben nur diese Dinge passieren, die sie selbst zulässt. Da meine Agentur zu dieser Zeit nicht besonders gut lief, nahm sie dies als Ansatz, mich verschiedenen anderen AVATAREN vorzustellen, nachdem sie mich von Harry Palmers Weisheiten nicht überzeugen konnte.

Der Anfang vom Ende

Nach einigen Monaten ließ der Kontakt zusehends nach, da ich geschäftlich viel auf Reisen war. Wir sahen uns über den Zeitraum eines halben Jahres überhaupt nicht mehr, bis ich während einer Geschäftsreise den Wunsch verspürte, Manuela mal wieder anzurufen. Inzwischen lebte ich wieder alleine, Manuela hatte sich, soweit ich informiert war, auch von ihrem Freund getrennt und ich musste mir eingestehen, dass ich mich schon bei unserem ersten Treffen in Manuela verliebt hatte. Ausserdem, so überlegte ich, könne sie mich wieder einmal massieren, da ich aufgrund meiner überwiegend sitzenden Tätigkeit unter starken Rückenverspannungen litt. Manuela war eine hervorragende, gelernte Masseurin und ich hatte mich schon oft in der Vergangenheit unter ihre Fittiche begeben. Durch APM - Therapien half sie mir erfolgreich, dass ich nach einem Bänderriss verhätnismässig schnell ohne Krücken laufen konnte. Also nahm ich das Telefon und wählte ihre Nummer. Der Ansagetext auf dem AB verwirrte mich dann allerdings. Hier war die Rede von einem Bildungszentrum für Manager, allerdings war es Manuelas Stimme. Ich bat sie um Rückruf.

Noch am selben Abend rief mich Manuela an und wir vereinbarten ein Treffen am folgenden Wochenende. Dieses Wochenende war der Anfang vom Ende. Manuela war inzwischen umgezogen und als sie mir die Türe öffnete, sah sie strahlender und schöner aus denn je. Das wunderte mich, denn sie hatte erst vor kurzem ihre Praxis verloren. Laut ihrer Aussage musste sie die Praxis wegen feuchten Wänden und Materialermüdung an der Mühle aufgeben, da sie bedingt durch die anhaltenden Bauarbeiten alle ihre Patienten verlor. Ich glaubte ihr. Sie sagte mir, dass sie nun verschiedene Kurse geben würde, einerseits für Manager, andererseits für Masseure. Auch das glaubte ich ihr.

Wir gingen also an besagtem Wochenende gemeinsam mit ihrem 5-jährigen Sohn zum Stadtfest, unterhielten uns herzlicher als je zuvor und sie lud mich zum Abendessen zu sich nach Hause ein. Wir kochten gemeinsam, lachten und gestanden uns irgendwann gegenseitig, dass wir beide schon länger Gefühle füreinander empfinden. So war es also kein Wunder, dass ich bereits in dieser Nacht bei Manuela schlief und ich genoss Ihre Nähe, diese Liebe und Wärme. So eine Frau wie Manuela hatte ich noch nie erlebt! Sie war sehr leidenschaftlich, sinnlich, erotisch, spontan und sehr, sehr zärtlich. Ich hatte eine kaputte Ehe hinter mir, meine Frau war Alkoholikerin und so genoss ich diese Frau an meiner Seite wie eine ausgetrocknete Pflanze das Wasser.

Ein Wochenende unter Avataren

Nach einer Woche fragte mich Manuela, ob ich sie am Wochenende nicht nach Augsburg begleiten würde. Sie war zu einem Geburtstag eingeladen und so wollte sie mich bei dieser Gelegenheit ihren Freunden vorstellen. Hätte ich damals gewusst, was mich auf dieser Geburtstagsfeier erwartet, wäre ich ganz sicher zuhause geblieben. Bei der Feier war ich nun von etwa dreißig AVATAREN umgeben und ich verspürte nach einer Stunde den zwingenden Drang, die Feier verlassen zu müssen. Doch war das nicht möglich, da Manuela und ich aufgrund der langen Rückfahrt über Nacht bleiben mussten. Nicht, dass die Menschen dort unfreundlich waren, im Gegenteil. Ich hatte nur den starken Eindruck, als ob alle Anwesenden in Trance sind. So kümmerte ich mich um Manuelas Sohn und hielt mich, soweit möglich, am Rande der Gesellschaft auf. Das einzige Gesprächthema war AVATAR und man klopfte sich gegenseitig auf die Schulter.

Als ich zu fortgeschrittener Stunde die Hausherrin beobachtete, wie sie mit zwei Männern im Schlafzimmer verschwand, während sie ihrem Mann noch einmal gütig zulächelte, beschlich mich ein nicht wiederzugebendes Gefühl. Die darauf folgenden Geräusche aus dem Schlafzimmer sprachen in aller Deutlichkeit für sich und ihr Mann sass währenddessen am Tisch und unterhielt sich mit den Gästen! Ich kam mir, offen gestanden, vor wie in der geschlossenen Abteilung einer psychiatrischen Klinik. Als sich dann eine AVATARIN neben mich und Manuela setzte, mir die Hand unter das Hemd schob und begann, mir den Rücken zu streicheln, stand ich auf und ging nach draussen. So etwas hatte ich noch nicht erlebt und mir graute, da ich ja zu allem Überfluss in diesem Haus übernachten sollte.

Im Bett sprach ich Manuela auf den Vorfall an und sie meinte lapidar, dass ich mir keine Sorgen machen muss. Jeder Mensch kann sich bei AVATAR so entwickeln, wie es gut für ihn ist, aber sie würde verstehen, dass das für mich als Aussenstehender noch nicht verständlich sein kann. Das würde sich jedoch ändern, wenn ich erstmal den Kurs besucht habe. Diese Aussage kam mir zu diesem Zeitpunkt und zu Recht vor wie eine Drohung!

Am nächsten Morgen wurde ich Zeuge einiger AVATAR - Übungen und nun war mir klar, dass diese Menschen alle ein ernsthaftes Problem haben. Es ist nicht leicht zu beschreiben. Es sassen sich zwei Menschen gegenüber, während der eine sagte, was ihn belastet, und der andere versucht, ihn dann an seine eigentlich Aufgabe zu erinnern und Widersprüche gegen eventuell anfallende Bedenken zu entwickeln. Und das im ständigen Wechsel, stundenlang! Es war die Rede von ´Primarys´ und ´Secondarys´ und das ganze machte auf mich den Eindruck einer sanften Gehirnwäsche. Das Problem, welches bei der Übung zur Debatte stand, war, dass diese drei AVATAR - Damen, Manuela eingeschlossen, AVATAR - Kurse für Manager geben und diese Sache gross aufziehen wollten. Bei der Übung wurde so lange das ´Für und Wider´ angesprochen und wegdiskutiert, bis am Ende nur noch das ´Für´ stand. Zumindest für die ´Eingeweihten´ , denn für mich bestand das Problem immer noch, namentlich darin, dass kein Manager diese drei Frauen jemals für voll nehmen würde. Das also war das ´Diskreieren´, von dem Manuela immer sprach. Ich hatte plötzlich eine panische Angst um Manuela. Ich sprach sie auch auf der Heimfahrt sehr direkt darauf an, aber Manuela lachte nur und meinte, ich sollte mir mal ´in Leichtigkeit die Mühe machen´ und in höhere Dimensionen vordringen, mich von dem alten, unsinnigen und nicht funktionierenden Weltbild lösen, welches mein Leben so schwer macht! Solche und ähnliche Aussagen sollte ich in dem darauffolgenden Zeitraum unserer Partnerschaft noch sehr oft zu hören bekommen!

Die Fassade bröckelt

Die Wochen und Monate vergingen. Durch meine Tätigkeit war ich von Montag bis Freitag verreist und Manuela und ich sahen uns nur am Wochenende. So wusste ich also nicht, womit sich Manuela unter der Woche beschäftigt. Überhaupt wusste ich nur wenig von ihr, ihre Arbeit und ihre Familie. Es kam mir vor, als ob mir Manuela einige Dinge bewusst verschweigt, dennoch verdrängte ich damals diesen Gedanken, denn ich war mit Manuela noch sehr glücklich.

Jeder von uns hatte seine eigene Wohnung, aber dennoch verbrachte ich die Wochenenden meistens bei Manuela. Wir waren gemeinsam bei ihrem Pferd, ritten oft aus und ich fand so grosses Interesse an der Reiterei, dass ich mir selbst ein Pferd kaufte. Nun hatten wir das gleiche Hobby und so vergingen wunderschöne Stunden mit den Pferden in freier Natur. Wir unternahmen viel, kochten gemeinsam und sassen an den Samstagen und Sonntagen stundenlang am Frühstückstisch und redeten über Gott und die Welt. Alles war in Ordnung, solange keine Probleme diskutiert wurden. Ein Gespräch über Probleme brachte ihrerseits umgehend das Thema AVATAR auf den Tisch und Manuela rannte wie von Sinnen mit Harry Palmers Buch ´Die Kunst befreit zu leben´ durch die Wohnung. Immer häufiger und innerhalb weniger Augenblicke änderte sich Manuelas Stimmung gravierend, von Wutausbrüchen bis zur Depression. Und am meisten machte es sie wütend, dass ich an AVATAR nichts finden konnte, im Gegenteil, dass ich AVATAR inzwischen für eine sehr gefährliche Sache hielt und ihre Aussagen betreffs dieser Sekte immer widerlegen konnte. Niemand durfte es sich erlauben, AVATAR zu kritisieren! Niemand durfte es sich erlauben, Manuela zu kritisieren!

Wie gefährlich AVATAR tatsächlich ist und welche Folgen eine Mitgliedschaft mit sich bringen kann, musste ich nach einem Unfall herausfinden, welcher mich zwang, einige Wochen nicht zu arbeiten. Nun war ich 7 Tage in der Woche zuhause (vielmehr bei Manuela) und ich lernte nun Manuelas wahres Leben kennen, welches ganz sicher nicht so geregelt war, wie sie immer behauptet hatte. Im Gegenteil. Manuelas ganzes Leben war ein Gerüst aus Lügen, hinter welche ich durch meine berufliche Abwesenheit nie geblickt hatte.

So erfuhr ich, oft durch puren Zufall, was sich hinter dieser, von ihr errichteten Fassade eines schönen, erfolgreichen und geregelten Lebens tatsächlich verborgen hielt. Manuela war hochverschuldet, das Geld für die Praxis bekam sie von ihrer Mutter und von der Bank. Anstatt sich ihre Praxis aufzubauen, besuchte sie jeden Psycho-Kurs, der egal in welcher Stadt Deutschlands oder der Schweiz für viel Geld, das sie nicht hatte, angeboten wurde! Nun wusste ich auch, dass Manuelas Aussage, sie würde ihr Geld damit verdienen, indem sie selbst Kurse gab, nicht stimmte. Manuela suchte in ständigem Wechsel bei unterschiedlichen MLM - Unternehmen (Direktvertrieb) ihren Erfolg, gab aber am Ende mehr Geld aus, als sie verdiente. Bei Bedarf bettelte sie den wohlhabenden Vater ihres unehelichen Sohnes an, welcher sie fälschlicherweise immer unterstützte oder sie suchte bei mir Hilfe.

Ihr Kind wurde vernachlässigt, sie schob den Kleinen regelmäßig ab, damit sie ihre Kurse besuchen konnte (der Sohn war mehr bei seiner Oma, der Tante, bei Freunden oder seinem Vater, als zuhause bei seinem Mutter). Das Kind litt sehr darunter, aber Manuela liess sich nicht in ihre Erziehungsmethoden heineinreden.

Weiterhin hatte sie massive Probleme mit ihrer Bank (weit über 100.000,00 DM Schulden, ohne Gegenwert), Probleme mit dem Gerichtsvollzieher (keine Rechnung wurde bezahlt) und mit dem Gericht. Ihr Telefon wurde mehrmals gesperrt. Man wollte ihren Wagen, der geleast war (der Vater ihres Sohnes hatte gebürgt) bereits abholen lassen, aber in letzter Instanz sprang immer wieder ein Familienmitglied oder ich ein. Ich wollte Manuela helfen, verschaffte ihr einen Termin bei der Schuldnerberatung, einen Arbeitsplatz und erledigte, neben meiner eigenen Verantwortung für das Geschäft und mich selbst, ihre Post, wodurch noch mehr Lügen zum Vorschein kamen. Ich sorgte mich darum, dass es bei Manuela nicht bis zum Schlimmsten kam.

Probleme werden «diskreiiert»

Meine Hilfe war Manuela zweifellos willkommen, auch die Hilfe ihrer Familie und insbesondere die Hilfe des Kindsvaters, aber ansonsten behandelte Manuela die Menschen, die ihr halfen, wie kleine, unwissende und lebensunfähige Dummköpfe. Manuela lächelte ins Leben, nichts konnte sie aus der Ruhe bringen, während über ihr eine gewaltige Lawine zusammenbrach.

Immer wieder kam es zwischen uns zum Streit, wenn ich Manuela die Realität vor Augen führte. Sie nahm von keinem Menschen Ratschläge an. Mehrmals warf sie mich aus ihrer Wohnung oder sie brachte mich dazu, dass ich freiwillig ging. Es war oft nicht mehr zu ertragen. Aber Manuela holte mich nach wenigen Tagen wieder zurück, versicherte mir, wie sehr sie mich doch lieben und brauchen würde und dass wir eine wunderschöne, gemeinsame Zukunft haben werden. Ich suchte Gespräche mit ihrer Familie, bat um Hilfe, doch die Familie wusste nichts von AVATAR. Manuelas Mutter war nur sehr traurig, dass sie bei aller finanziellen Hilfe, die sie ihrer Tochter gegeben hatte, von ihr so schlecht behandelt wurde. Ihre Schwester hatte Manuela bereits aufgegeben. Der Kindsvater wollte seine Ruhe, zückte bei Bedarf den Geldbeutel oder liess Manuela mal wieder für ein paar Wochen in seinem Hotel arbeiten. Immer mehr Menschen lernte ich kennen, die von Manuela Geld zu bekommen hatten, manche warnten mich vor ihr. Aber ich war blind vor Liebe und war bereit, alles für diese Frau zu tun. Ich nahm innerhalb eines halben Jahres fast 20 Kilogramm ab, war kaum noch in der Lage, zu arbeiten.

Aber es wurde noch schlimmer! So erfuhr ich, dass Manuela hinter meinem Rücken regelmässigen, sexuellen Kontakt zu anderen Männern hatte. Gewusst hatte ich es nicht, aber gefühlt. Die Bestätigung dafür kam erst, als es zu spät war. Jeder schien es zu wissen, keiner hat geredet, da Manuela durch ihre liebenswerte und hilfsbereite Art alle in ihren Bann zog. Da war der Typ, der sich während meiner geschäftlichen Abwesenheit um meine Stute gekümmert hatte. Der ganze Stall sprach davon, nur mir sagte man nichts. Abgesehen davon: Die Stallbesitzerin ist ebenfalls ein AVATAR! Da war ihr Chef bei einer Versicherungsagentur, für die sie kurze Zeit arbeitete, mit dem sie sich heimlich traf! Da war ein Kollege der Firma Nikken, bei welcher sie ihr Glück versuchte. Mit ihm hatte sie sogar eine Reise gebucht, welche sie mir als Fortbildungslehrgang verkaufen wollte. Ich kam durch Zufall hinter die Wahrheit.

Ihr Sohn schlief auf dem Fussboden, weil das Bett kaputt war. Doch anstatt ein neues Bett zu kaufen, gab sie das wenige Geld für sündhaft teuere Schuhe, Schmuck und Kleidung sowie für ihre lebensnotwendigen Psycho-Kurse aus. Auf ihrem Wohnzimmerschrank hatte sie symbolisch eine Art Altar aufgebaut. Dort lagen, unter dem ´Lebensplan´ einige Münzen, das Modell eines Mercedes Cabriolet, das Foto eines Schiffes, Ansichtskarten aus der Karibik ... alles Dinge, die Symbole für Manuelas Träume waren und die sie sich durch AVATAR zu bekommen erhoffte. Gab es Probleme oder etwas, was ihren Träumen gefährlich wurde, so wurden diese Dinge nach der AVATAR - Methode einfach ´diskreiert´ und damit hatte sich dann die Sache für Manuela erledigt.

Sie belog mich, erzählte mir von Fortbildungskursen, während sie andere Männer oder ihre Gurus von AVATAR traf. In der Regel durchschaute ich ihre Lügen und sprach sie darauf an. Das Ergebnis war eine Manuela, die mich geifernd und tobend aus der Wohnung warf, da sie die Wahrheit nicht mehr vertragen konnte. Sie war zu keinem Zeitpunkt unserer Beziehung mehr zu rationellem Denken fähig. Aber ich liebte diese Frau.

Statt Freiheit ein Scherbenhaufen

Im Dezember 2001, eine Woche vor Weihnachten, warf sie mich zum letzten Mal aus ihrer Wohnung. Es war das traurigste Weihnachtsfest, das ich jemals erlebt hatte. Ich verbrachte Heiligabend im Stall bei meiner Stute. Sie war alles, was mir von der grossen Liebe noch geblieben war. Sie und die Frage, was hier geschehen ist. Erst jetzt, knapp ein Jahr danach, habe ich mich wieder erholt und zu mir zurückgefunden, aber diese fast zweijährige Partnerschaft mit allen ihren AVATAR - geprägten Umständen, hat in mir eine gewisse Leere hinterlassen. Manche Liebe scheitert am Vertrauen der Menschen zueinander, eine andere Liebe scheitert an der örtichen Distanz oder am mangelnden Verständnis. Doch unsere Liebe scheiterte an einer Psycho-Sekte, die statt dem befreiten Leben, welches von Harry Palmer versprochen wird, die Betroffenen ins Chaos stürzt, sodass am Ende ausser einem riesigen Scherbenhaufen nichts übrig bleibt!

Ich habe erlebt, wie ein wunderbarer Mensch durch AVATAR mehr und mehr zugrunde ging und alles in seinem Umfeld wie ein schwarzes Loch mit sich gerissen hat. Die AVATARE bestechen nach aussen durch eine schimmernde Fassade, hinter welcher sich der Schimmel der Katastrophe ausbreitet. Ich wünsche allen, die sich in einer ähnlichen Situation befinden, in der ich mich befand, dass Gott ihnen sehr viel Kraft und Trost gibt, aber auch die Erkenntnis, dass sie einem Menschen, der in den Fängen von AVATAR ist, nicht helfen können. Und ich hoffe für alle die, die diesen Erfahrungsbericht lesen, dass ihnen unser Schicksal eine Warnung vor den Machenschaften dieser Psycho - Sekte ist!

SIE finden alle Antworten auf alle Fragen IN SICH SELBST, niemals bei selbsternannten Gurus, welchen IHR Leben und IHR Schicksal trotz aller leeren Versprechungen am Ende völlig egal ist!!

Ihr
Markus R. Brauer

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avatar hat anne bereits fest im griff

"Die Kunst, befreit zu werden" heißt das Buch von Harry Palmer, Gründer von "Avatar". Er soll bei Scientology/USA gearbeitet haben. Unsere Leserin Anja S. hat einen Palmer-Kursus besucht und warnt eindringlich genauso wie die Sektenbeauftrage Gabriele Lademann-Priemer.

Meine beste Freundin (31) machte vor längerer Zeit einen Selbstfindungskursus bei "Avatar". Sie war begeistert von Dingen, die sie bisher "so noch nicht kannte". Ich freute mich mit ihr und sah am Anfang genauso wenig wie sie die Gefahr, die da für Anne heraufzog.

Plötzlich sprach sie nur noch von "Avatar", lebte nach "Avatar" und versucht beinahe fanatisch, alle in ihrer Umgebung davon zu überzeugen, Kurse wie sie zu belegen. Die Kurse sind meines Erachtens sehr teuer (9 Tage kosteten 3500 Mark).

Nach und nach fiel nicht nur mir, sondern allen Freunden, Bekannten und ihrer Familie die schleichende Veränderung bei Anne auf, es setzte geradezu eine Entfremdung zwischen uns ein. Nicht nur mir fiel ihre zunehmende völlige Kritikunfähigkeit auf, die völlig ungewöhnlich für Anne war.

Irgendwann konnte sie sich mir gar nicht mehr mitteilen, stritt aber ab, daß es an ihr liegen würde. Sie meinte, ich würde sie nicht mehr verstehen, weinte deshalb sogar bitterlich und bat letztendlich auch mich inständig, so einen Kursus mitzumachen.

Aus Sorge um meine Freundin tat ich es. Ich wollte wissen, was sie mit Anne gemacht hatten. Immerhin hatte sie bereits ihre Eltern dermaßen bedrängt, ein "esoterisches Center im Ausland" zu unterstützen, daß diese unter großen Vorbehalten und nur aus Angst, ihre Tochter endgültig zu verlieren, ihr das Erbteil vorzeitig auszahlten. Anne war so euphorisch, sprach von Zukunftsperspektive und zahlte selbst ihr ganzes Erspartes in dieses nebulöse Projekt mit dem Ziel, selbst dort zu wirken. Sie hat fest vor, dafür demnächst alle Brücken in Deutschland abzubrechen.

Dann saß auch ich in einem "Avatar"-Kursus. Ich gebe zu, die Atmosphäre war zunächst angenehm. Alle Teilnehmer gingen fast liebevoll miteinander um, und doch spürte ich eine Unehrlichkeit, etwas "Aufgesetztes" bei den Trainern. Aber ich blieb, meiner Freundin zuliebe. Im Kursus gab es sehr beeinflussende und manipulative Gruppentechniken, die mich zunehmend verwirrten und sogar in eine psychische Krise stürzten. Ich vergaß, wer ich bin. Aber ich blieb.

Als ich dann den Zusammenbruch einer anderen Teilnehmerin mit Weinkrämpfen erlebte, begann ich zu erkennen, wo ich gelandet war - als kritikloses Häschen, nur hörend auf die Regeln nach Harry Palmer. Ich war inmitten einer Horde anweisungsfolgender Menschen, die sich danach sehnten, "geführt" zu werden. Es gab nie eine Gegenfrage, keine Kritik, keine "äußere Welt" mehr.

Ich brach den Kursus ab, hörte mich dann überall um. Ich erfuhr von einem guten Psychologen, daß er bereits von "Avatar" beeinflußte Menschen in seiner Praxis hat, die aufgrund von Psychosen behandelt werden mußten. Er warnte eindringlich vor diesen Kursen. Der Begründer von "Avatar" soll Scientologe sein. Ich bin entsetzt und verzweifelt. Helfen Sie, offen über "Avatar'' zu sprechen um auf diesem Wege vielleicht meine Freundin noch retten zu können.

Anja S.
aus dem Hamburger Abendblatt vom 26.6.99 

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eine juni-liebe

 

Zitat aus dieser Begegnung:
"Traue jedem, der dir sagt, er suche die Wahrheit;
Glaube niemand, der behauptet, sie gefunden zu haben!"
Widmung einer verliebten Frau an ihren Freund

"Du willst die wunderbaren Wahrheiten nicht erkennen, deshalb können wir nicht mehr, wie bisher, miteinander leben!"
Die gleiche Frau an ihren Freund, unmittelbar nach ihrer Rückkehr vom AVATAR-Kurs...

Begegnung

Vor zwei Jahren im Juni ... In meinem Alter denkt man häufiger als manchmal an all die versäumten Gelegenheiten und beginnt Bilanz zu ziehen...

Und dann kam SIE! Wollte in unserer Selbsthilfegruppe mitarbeiten als Helferin. Wir haben ein paar Gespräche geführt. Ich habe ihr den Zahn gezogen, sie könne aus dem Stand anderen helfen, sollte sich erstmal um sich selbst kümmern. Sie strahlte Stärke, Abwehr, Selbstbewusstsein, Stolz aus. Aber auch ständige Fluchtbereitschaft.

Ich habe ihre Maske sofort durchschaut und sie auf den Boden geholt. Dieser Rempler hat sie so sehr gestört, dass sie nie mehr in die Gruppe kam, sich per Email verabschiedete. Aber bei den Gesprächen hatte ich einen Strom von Funken gespürt zwischen ihr und mir. Noch nie so erlebt. Es war körperlich zu fühlen. Die Luft knisterte laut. Sogar andere Anwesende stutzten. Eine Kollegin fragte mich hinterher: "was ist denn mit euch los?" Sie ist zehn Jahre jünger als ich, entsprach vollkommen meinem Traumbild einer Frau, gross, stolz, schwarze Haare, selbstbewusst, wunderschön, die Traumprinzessin schlechthin, für mich jedenfalls.

Also hab ich ihre Mail beantwortet und ihr gesagt, ich will Dich sehen! Heut abend im Café soundso. Sie war da! Hab ihr schonungslos alles auf den Tisch gepackt, mich, meine Träume, meine Ängste, meine Abgründe, alles. Gesagt: "ich will Dich! Und jetzt entscheide, in zwei Tagen ruf ich an!" Es war eine Wahnsinnstat, die ich mir bis heute nicht ganz erklären kann. Die Chance, dafür eine Ohrfeige zu kassieren, lag bei 99,99 %.

Am nächsten Wochenende fanden wir uns in einem wundervollen Hotel wieder und tobten uns zwei Tage lang aus. Sie wollte nie mehr im Leben auf mich verzichten müssen. Sie verschmolz mit mir, wir waren eins. Alles, was ich mochte, was mir gefiel, war auch das ihre. Es gab keine Grenzen, keine Tabus, alle Phantasien wurden wahr. Wir mussten im nächsten halben Jahr nicht einmal etwas sagen, um zu spüren, was der andere wollte. Ein Blick, eine leichte Berührung war genug. Es war, als wären unsere Gefühle, Gedanken völlig synchron. Und sie bestätigte mir immer wieder, dass sie es ganz genauso empfand. Sie genoss es, dass endlich jemand nach ihr fragte, sich für sie interessierte, sie als Frau wahrnahm.

Endlich habe sie mich gefunden, habe mich beim Universum bestellt, ihr ganzes Leben lang nach mir gesucht. Auch unsere Freizeit, die Ausflüge waren herrlich. Meine Traumfrau... äusserlich und seelisch. Wunderschön, anschmiegsam, es war ein unglaublicher Rausch. Mein Selbstbewusstsein wuchs im gleichen Mass wie unsere Liebe, und wir pfiffen auf die Welt.

Kommunikation

Zusammenziehen kam nicht in Frage. Wir sahen uns als unabhängige Individualisten. Sie ging oft und gerne weg mit Bekannten und Verwandten. Wenn sie von einer solchen Tour heimkam, war sie oft ziemlich betrunken und sehr depressiv. Freute sich vorher immer, und hinterher war sie fertig.

Natürlich diskutierten wir auch sehr viel. Sprachen über Gott und die Welt und am meisten über uns und unser Innerstes. Sie betonte immer ihre Individualität, so wie ich die meine. Daraus und aus unserer völligen Übereinstimmung konnte ich nur schliessen, dass wir füreinander gemacht seien. Habe sie manchmal als "massgeschneidert für mich" bezeichnet. Heute ist mir klar, dass am Anfang unserer Beziehung bei ihr eine Art Leere vorhanden war, die sie mit allem begierig aufgefüllt hat, was von mir kam. Genauso, wie sie es jetzt mit AVATAR, diesem Scientology für Arme, macht. Die Diskussionen wurden einseitiger, sie konnte mit meiner Dialektik nichts mehr anfangen, wurde intoleranter. Zum Schluss war sie überheblich und hörte gar nicht mehr zu, wenn etwas kam, was ihr nicht gefiel. Das einzige Argument, dass sie noch benutze, war: "das ist doch nur Deine Realität... aber, was soll´s, ich weiss ja, wie du denkst."

Als wir uns kennenlernten, trug sie eine starre lächelnde Maske. Ich durfte sie ihr abnehmen. Allmählich merkte ich, dass sie diese Maske manchmal wieder trug. Es kamen Abende, da redete sie im Monolog. Drei Stunden lang, und ich kam nicht zu Wort. An anderen Tagen sprach sie gar nichts, gab keine Antworten, so dass das Gespräch völlig erstarb. Sah nur zum Fenster raus, manchmal mit geschlossenen Augen.

Dann war plötzlich alles wieder wie immer. Mein Kätzchen, anschmiegsam, willig, gierig. Die Wechsel wurden kürzer. Sie fing tausend Sachen an. Machte nichts fertig. Bestellte Bücher über Esoterik. Manchmal lagen noch zwei Pakete ungeöffnet in der Wohnung, und sie bestellte schon wieder neue. Sie hatte immer von einem Motorboot geträumt, aber ... viel zu teuer. Ich zeigte ihr, dass das gar nicht so teuer sein muss. Wir waren auf der Bootsmesse, der Kaufvertrag lag auf dem Tisch. Sie trug wieder die Maske, lächelte, es interessierte sie nicht mehr. Als ich mir selbst einen Traum erfüllte und ein Motorrad kaufte, war sie Feuer und Flamme. Kaufte den teuersten Helm, aufwendige Handschuhe. Sie ist insgesamt dreimal mitgefahren, in einem ganzen Jahr.

Dezember, ein Wochenende

Ein Freitag im Dezember. Ich kam abends zu ihr. Wir hatten verabredet, das Wochenende gemeinsam zu verbringen. Ich war die ganze Woche geschäftlich unterwegs gewesen, hatte mich tagelang darauf gefreut. Samstags wollten wir in die nächste Stadt auf den Weihnachtsmarkt. Als ich abends in die Wohnung kam, fand ich ein Häufchen Elend vor. Sie hatte Ausschlag an Händen und Füssen, blutig aufgekratzt, litt unter unerträglichem Juckreiz.

Im Nachhinein meine ich, dass es sich dabei um eine Mangelerscheinung handelte, denn sie glaubte, sie könne sich von Sonnenlicht, Wassermolke, Sekt und Blaualgen-Tabletten ausreichend ernähren. Ich erinnere mich: als wir uns kennenlernten eineinhalb Jahre zuvor, hatte sie ein Problem mit Haarausfall. Eine Ernährungsänderung brachte damals Abhilfe. Damals hatte ich sie noch überzeugen können, dieses Mal nicht mehr.

Sie sass zusammengekrümmt im Sessel, kratzte sich überall. Auf dem Tisch und auf dem Boden lagen Notizblätter, ein ganzer Block voll:

„Es juckt so, es juckt so....“. „Ich will, dass es aufhört, ich will, dass es aufhört...“. “Ich bin dennoch glücklich, ich bin dennoch glücklich, ich bin glücklich, ich bin glücklich...“ 

Endlose Wiederholungen, mit Bleistift auf Dutzende von Blättern gekritzelt. Sie meditierte, war deprimiert, erschöpft, fertig. Sie musste Sekt trinken, und wiederholte immer wieder: “Es soll aufhören, aufhören...“ Ich hab sie in den Arm genommen, auf sie eingeredet, beruhigt... Von einem Arzt wollte sie nichts hören.

Um 10 Uhr abends brach sie heulend zusammen, war am Ende. Ich hielt es nicht mehr aus, packte sie ins Auto und fuhr ins Krankenhaus, zum Notdienst. Der Arzt jagte ihr eine Spritze mit Fenistil und einem Beruhigungsmittel in den hübschen Hintern und riet dringend, am Montag sofort zum Hautarzt zu gehen.

Wieder Zuhause, um halb zwölf, hatte es aufgehört zu jucken. Der Sekt und das Beruhigungsmittel legten sie flach, sie schlief wie ein kleines Kind. Am nächsten Tag war sie leise, redete fast nichts, und schickte mich alleine auf den Weihnachtsmarkt. Sie blieb im Sessel hocken und rührte sich kaum.

Ich brachte ihr vom Markt ein paar nette Kleinigkeiten mit, einen indianischen Traumfänger und eine indische Figur aus Bronze, Mann und Frau, in sitzender Stellung sich liebend. Steht noch heute auf ihrer Fensterbank. So etwas gefällt ihr.

Dann musste ich bis spät abends mit ihr diskutieren über die Kraft des Willens, über Autonomie und positive Gedanken. Sie hätte es auch so in den Griff bekommen. Ihre Meditationen und guten Gedanken hätten den Juckreiz bezwungen, nicht die Spritze, dadurch sei es nur ein bisschen schneller besser geworden. Sie sprach von schmerzfreien Realitäten, die man schaffen könne, von Ängsten und Überzeugungen, die man einfach auflösen müsse. Ich versuchte, Vernunft dagegenzusetzen, sie akzeptierte meine Argumente nicht, hörte mir nicht zu und redete viel. Erzählte mir davon, dass das Jucken nur Illusion sei und man es einfach wegwünschen könne. Dennoch versprach sie mir, am Montag zum Arzt zu gehen.

Ich legte mich um halb zehn, etwas genervt und frustriert, ins Bett, sie trank noch ein Glas Sekt und muss dann auch bald gekommen sein, aber da war ich schon eingeschlafen.

Die Sonntagnacht war sehr unruhig, ich wachte mehrfach auf und fand sie, wieder kratzend und murmelnd, neben mir. Musste Montag sehr früh raus, sie schlief noch. Mittags schickte sie mir dann ein SMS: „Alles OK, mir geht’s prima! ;-)“ ... die positiven Gedanken hatten ihr wohl geholfen, oder so....

War nicht gerade unser bestes Wochenende, keine Lebensfreude pur...

Januar, Der Kult

Harry Palmers Buch lag immer aufgeschlagen auf ihrem Leseständer. "Die Kunst, befreit zu leben". Es hat die gesamte Dauer unserer Beziehung begleitet.

Der Psychokult heisst Avatar. Ein trübes Gebräu aus Scientology, psychotherapeutischen Binsenweisheiten und indischer Mythologie. Es ist nur das wahr, was Du glauben willst. Wenn Dir etwas nicht gefällt, dann ändere einfach deine Überzeugungen, und es existiert nicht mehr. Sei dein eigener Gott und schaffe Dir die Realität, die Du haben willst. Du musst es nur wollen, dann ist es für Dich wahr. Macht und Einfluss, allein durch die Kraft deines Wollens. Ethik und Moral sind nur Hindernisse auf dem Weg, selbst Dein eigener Gott zu sein. Du kannst Dich beliebig jederzeit neu erschaffen, ganz nach Deinen Wünschen. Vergangenheit ist nur Einbildung und existiert in Wahrheit nicht.

Sie kommen aber ganz harmlos daher. Auf der Schiene Persönlichkeitsentwicklung.

Sie fühlte immer einen Mangel in sich. Leere, ein Gefühl von Verlorenheit. Heute fällt mir auf, dass sie die Worte "Fühlen, Spüren, Empfinden" viel zu oft, und in der gleichen Art wie Heroin-Junkies auf Entzug, die ich aus der Suchtarbeit so gut kenne, benutzt hat.

Dann fand sie diese Webseiten. Ich habe sie zum ersten Wochenendkurs gefahren, 500 km durch dichtes Schneetreiben. Ich hielt es für harmlos. Habe schon beruflich ähnliche Seminare gemacht. Sie war schon nach dem ersten Tag anders, leise, gedämpft. Vier Wochen später, wieder Zuhause, bat sie mich zitternd, unter Tränen, mit ihr Schluss zu machen. Ich tat es nicht, wollte wissen, welche Probleme wir haben, wollte sie mit ihr gemeinsam lösen. Bot eine Auszeit an.

Dann war alles wieder wie vorher. Keine Probleme. Nur die Gespräche wurden anders. Sie fing an, nach verschiedenen Realitäten zu differenzieren. Solange unsere "Realitäten" gleichberechtigt waren, konnte ich damit leben. Dann kam der zweite Kurs, dauerte 9 Tage. Sie wurde immer deprimierter am Telefon, war fertig, heulte. Ich wollte sie da rausholen. Doch plötzlich kippte sie. Alles war wunderbar, sie war glücklich. Endlich. Jetzt konnte sie wieder fühlen. Alles, was vorher war, war negativ. Unsere Vergangenheit nur eine Illusion, ein Irrtum. Ich war nur durch meinen trüben, stumpfen, unerleuchteten Zustand daran gehindert, die Wahrheit zu erkennen. Sollte unbedingt auch so einen Kurs mitmachen. Nach 4 Wochen schmiss sie mich raus. Alles, was sie seitdem zu mir sagte, hatte keinerlei Bestand oder Wert. Sie sprach nur noch kritiklos diese Sätze, die mir aus dem Buch von Palmer schon so bekannt waren

Hatte inzwischen mehrfach versucht, mich durch Handauflegen und der Kraft ihrer Gedanken zu bekehren.

Seither beantwortete sie jeden Kontakt spätestens nach dem zweiten Wechsel mit zynischen Sprüchen, verlangte aber eine liebevolle Beziehung und bedauerte mich unendlich, weil ich dazu nicht in der Lage sei.

April, Oszillieren

Neun Wochen habe ich sie nicht gesehen. Und jetzt komme ich grad von ihr. Hatte eine SMS geschickt, "schade, dass du so weit weg bist". Sie antwortete, "ja, schade". Dann schlug sie vor, dass wir uns mal treffen. Es kam nicht wie üblich, ein zynischer Spruch. Sie wusste, ich hab nur eineinhalb Stunden Zeit, danach einen Termin. Ich wollte nur einen Kaffee bei ihr trinken. Als ich sie das letzte Mal davor sah, sah sie aus wie ein Vögelchen, das aus dem Nest gefallen ist. Zerzaust, zentimeterbreiter dunkelblonder Saum in den schwarzen Haaren, die Kleidung schlabberig.

Diesmal fand ich sie mit frisch geschwärzten Haaren vor. Sie weiss, dass ich auf schwarze Haare stehe. Sie hat mich sofort umklammert, minutenlang festgehalten und dann ist sie über mich hergefallen wie eine hungrige Wölfin. Kein Kaffee. Es war traumhaft - und unwirklich, wie beim ersten Mal. Aber wir haben fast nichts gesprochen. Wenn ich etwas sagen wollte, legte sie mir den Finger auf den Mund, oder sagte kurz "pssst". Auf dem Tisch lagen diese Serienbriefe, ein Terminplan für die AVATAR-Master-Kurse 2002. Neue Esosprüche überall an der Wand. Der Kühlschrank völlig leer bis auf 8 Flaschen Sekt und Wassermolke. Sie isst nichts mehr, kein Nahrungsmittel. Nicht mal Gelberüben oder Äpfel sind zu sehen, so wie früher.

Offenbar ernährt sie sich von Sonnenlicht und Sekt. Ihr Gesicht zeigt das Strahlen der Erleuchtung, tiefe Sonnenbräune und die Spuren von viel zuviel Sekt. Aber sie hat ein unendliches Bedürfnis nach Berührung und Körperkontakt.

Ich bin fest entschlossen, wenn das der Weg ist, an ihr dran zu bleiben, dann gehe ich ihn. Vielleicht kann ich ja wieder was in die positive Richtung bewegen. Ich werde ihre Kultlehre nicht angreifen. Aber ich werde versuchen, ihre schönen Erinnerungen an das Vorsekten-ich ein bisschen zu kitzeln und zu wecken.

Offenbar hat die Kultlehre (Leere?) von der totalen Autonomie und dem "ausserhalb von mir existiert nichts" schon wieder versagt. Irgendwann muss sie doch merken, dass es nicht hinhaut. Nur sieht es so aus, als wollte sie mich vor ihren Mitavataren verstecken, deshalb darf es per definitionem keine Partnerschaft mehr sein, sondern lediglich "Sinnliche Begegnungen".

Drei - viermal noch fanden solche Begegnungen statt. Oft begleitet von Bekehrungsversuchen, durch Handauflegen und "gewahrsamen Gedankenströmen", die mich erleuchten sollten.

Mai, Visionen

Am Wochenende hatte sie keine Zeit. Mitten in der Nacht kam eine SMS. Sie hat eine Vision: "Ich hab eine Vision, und zwar dass alles was wir glauben, du ich oder sonstwer, nur eine Illusion ist und nichts mit der Wirklichkeit zu tun hat. Es wäre dann alles möglich, woran wir nicht zu glauben wagen, alles was wir nie gelernt haben. Hoffentlich vergess’ ich das nicht wieder ;-) bussi"

Also war sie wohl wieder bei der Gruppe und hat sich eine Überdosis AVATAR gegeben. Habe sie seither nicht mehr gesehen. Ich frage, ob wir uns mal sehen, ihre Antwort: "das kann ich jetzt noch nicht sagen, möchte erst mal sehen, was die Woche so bringt :-)"

Spät in der Nacht kommt eine SMS: "Du fehlst mir so, hab dich lieb!" Ich funke zurück: "willst du mich sehen?" Keine Antwort. Am nächsten Tag kommt sie zu spät zur Arbeit. War wohl wieder zu viel Champagner in der Nacht.

Juni, Kontaktabbruch

Sie teilt mir mit viel esoterischem Geplapper freudig erregt mit, dass sich ihre Situation überraschend wieder geändert habe. Alles fliesst... sie wird in einer neuen Beziehung ein neues Leben anfangen. Sie hofft, dass es was wird, und noch nie war sie so zuversichtlich... die gleichen Worte, die sie mir vor zwei Jahren geschrieben hat. Fast auf den Tag genau, im Juni. Übermorgen ist der 2. Jahrestag unserer ersten Begegnung.

Offenbar erwartet sie von mir ganz selbstverständlich freudige Zustimmung. Was diese Nachricht mit mir anstellt, spielt ihr nicht die geringste Rolle.

Meine Antwort, dass es nicht überraschend komme, dass mir klar gewesen sei, dass "Die" es nicht dulden würden, führt zu Verärgerung. Sie sei endlich "grenzenlos frei, autonom und selbstbestimmt".

Die letzte Mail von mir wird ungelesen gelöscht...

Ich war nur eine Behinderung auf dem Weg zur Befreiung.

Wenn ich ihr begegne, nimmt sie mich gar nicht mehr wahr. Das erleuchtete Strahlen ist aus ihrem Gesicht verschwunden, geht nur manchmal wie auf Knopfdruck an. Ihre Augen starren leer und ausdruckslos durch mich hindurch.

Dieser Tage habe ich einen Anruf erhalten, von einer Familienangehörigen von ihr, an die ich mich gewandt hatte, um sie über die Lage aufzuklären. Sie droht mit Verleumdungsklage, sollte ich noch einmal behaupten, dass sie irgend etwas mit einem Psychokult zu tun habe. Mit Avatar habe das alles gar nichts zu tun, und ich solle endlich Ruhe geben, sonst...

Sie haben NICHTS begriffen...

Warum nur... habe ich das seltsame Gefühl, dass sie nach dem Kurs vier Monate lang verzweifelt darum gekämpft hat, bei mir bleiben zu können? Letztlich hat sie ihren Kampf verloren, so wie ich den meinen. Wir haben beide verloren...

Oktober, Nachtrag

Sie hat heute Geburtstag. Mir wurde gesagt, dass eine der Meditationsformeln, die sie im Kurs stundenlang immer wieder rezitieren, lautet: Die Vergangenheit existiert nicht. Sie sei nicht wirklich real. Wenn es so wäre, gäbe es auch den Geburtstag nicht. Dann würde sie folglich gar nicht existieren. Trotzdem feiern sie ein Fest mit Avatar und Meditation, Kult und haufenweise Sekt... Sie bemerken die Widersprüche der Lee(h)re gar nicht. "Logic doesn´t work with Cult members..."
Ich habe sie so sehr geliebt, doch diese Frau, die da heute eine Riesenparty gibt, zu der nur die Leute eingeladen sind, die schon dazugehören oder erst noch reingezogen werden sollen und noch von nichts wissen, die kenne ich gar nicht. Es ist nur noch ihr Körper, der mir bekannt vorkommt. Ihr Wesen, das ich so liebte, ist tot. Dieser erleuchtete, und doch so kalte und unendlich leere Blick...
Wen habe ich eigentlich geliebt???
Heute vor einem Jahr, es war ein warmer, schöner Abend, da lag sie auf derselben Wiese, direkt vor ihrem Fenster, auf dem Rücken. Wir haben uns gestreichelt, ich habe sie geküsst, glaubte, ich würde ihre Seele küssen.
Heute empfinde ich es so, als hätte sich diese Frau umgebracht, selbst getötet, ohne einen Abschiedsbrief zu hinterlassen...........

Ich hätte ihr so gerne wenigstens Lebwohl gesagt...

Adrian

Avatar hat sich im süddeutschen Raum stark ausgebreitet. Ein Bericht im «Südkurier» dazu.

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so habe ich avatar erlebt

jetzt eben gerade (sommer 2008) findet ein riesen kongress in willigen statt, es kommen bis zu 900 leute, die avatarkurse, masterkurse, professionalkurse besuchen. ich habe vor 2 wochen auch in willigen den resurfacing kurs besucht, dort war ich stink sauer, nach meinem ersten tag wollte ich abhauen, dann bin ich aber geblieben, weil mein master (ein flüchtiger bekannter) nicht aufzufinden war. aus anstand bin ich geblieben. nach meinem 2ten tag, den ich auch scheisse fand, wollte ich mittags wieder weiterziehen, da hat man mit mir das 5er programm gemacht und eine willensübung.

mein master meinte, als ich mich verabschiedet hatte: mensch ... nutze die zeit jetzt... jetzt ist die zeit für veränderung, oder willst du dein ganzes leben immer in diesem kreislauf bleiben und nichts schaffen! wenn ihr wüsstet was ich schon alles in meinem leben geschafft habe, ohne einen master, ohne mutter, ohne vater ohne irgendjemand, der mich stützt oder die richtung zeigt. but anyway...

ich habe mich überreden lassen, den avatar kurs teil 2 in münchen zu machen, auch nur, weil ich dort einige nette personen kennen gelernt hatte, die ich wieder sehen wollte. sie erklären immer, dass alles, so wie wir handeln usw., indoktriniert wurde von unseren lehrern, eltern, etc... doch sie selbst, wenn du ihnen eine frage gestellt hast, haben NIEMALS darauf geantwortet, haben einen immer nur angesehen. irgendwie völlig beängstigend... ihre augen sind leer und tot.

dort wird auch geübt, eine aussage (primary)... alles was du siehst ist
eine illusion oder die vergangenheit existiert nicht.. solltest du dich kratzen, gähnen eine gesichtsmimik machen zu versuchen ist das immer ein secondary, etwas was dich abhält das primary zu glauben ... also darfst du nur ganz tot und ohne emotionen nicht individuell dasitzen und wenn du das primary so ausgesprochen hast, dass da nichts mehr ist, kein 2ter gedanke kein zucken, kein wimpernklimpern... dann bist du soweit und darfst den nächsten satz so lange aussprechen, bis du den auch emotionslos glaubst.

also gut... lange rede kurzer sinn, ich bin ein mensch mit unglaublicher sensibilität, emotionalität, liebe und temperament, habe einen wirklich gesunden menschenverstand und folge oft meinem bauchgefühl. mein bauch sagte mir schon von anfang an: hoppla wo bin ich, was ist hier los. ich will zwar lernen, bewusster zu leben und mehr und intensiver meine lebensaufgaben zu meistern, aber hier lerne ich doch nicht...

so bin ich nach dem 2ten teil nach hause gefahren, wollte den 3ten teil nicht beginnen. sie gaben mir trotzdem was zu lesen, waren ständig bei mir und beobachteten wie ich lese, ich solle doch eher fühlen als lesen... und sie wichen mir nicht von der seite.

naja, trotzdem bin ich den letzten tag nicht hingegangen, dann prasselten auf einmal anrufe ein.. noch und nöcher, ich habe doch sooooo gut gearbeitet, ich solle doch unbedingt weitermachen, es ist klar, dass ich jetzt in rage bin, da ich doch alles alte verdreckte aufarbeite.... (alles was ich sehe ist illusiooooon) ich meinte dann nur so: nein, sorry, ich brauche den tag für mich... da ich morgen evtl nach willigen fahre mit den anderen und dort mein master machen sollte, das haben sie auch stets indorktriniert... stets... darauf eingeredet, dass man das unbedingt bräuchte, das das so fantastisch sei, dass dort die werkzeuge noch weiter vertieft werden.

ich bin nicht mitgefahren. ich bin zu hause geblieben und habe mich im park entspannt, das war sooo herrlich, hatte das handy nicht mitgenommen, als ich zu hause wieder ankam, waren 7 anrufe und 6 nachrichten auf meinem handy.
meinen master habe ich auch angerufen, da er angst vor abschieden mit trennung hat (secondary). ich habe mit ihm sehr vertraulich und ruhig gesprochen, meinte, dass ich eine freundschaft gerne weiterführen kann, aber ich will von avatar nichts hören. ich will nicht, dass er mich danach fragt oder mir ständig nachhält, dass ich doch das machen soll, da ich sonst im leben nicht klar kommen werde.

ich sagte ihm: bitte respektiere meine entscheidung, ich habe mich entschieden und ich will darüber jetzt nicht mehr sprechen. dann sagte er: ist es, weil das eine sekte ist, oder oder oder oder... er hat nicht locker gelassen, ich sagte ihm nochmal er solle mich und meine entscheidung bitte respektieren. Ich sagte: ich bitte dich, mir mein geld, welches vertraglich vereinbart ist, nächste woche wieder zurück zu überweisen. es folgte eine lange stille, darauf bat ich ihn nochmal: ich bitte dich, kannst du etwas dazu sagen? wieder schweigen, dann noch einmal, ich wurde etwas energischer, wieder keine antwort. nach diesem telefon bin ich schon sehr gespannt, ob ich mein geld bekomme.

es folgen nochmal 3 anrufe, auch von der hohen masterin, die in münchen alles gesteuert hatte.

UND WAS ICH EUCH EIGENTLICH SAGEN WOLLTE, aber der lange text voher musste irgendwie sein:
ich bekam spät abends einige smsen von meinem master... eine darunter war:
JA KLAR UND AB JETZT WIEDER JEDEN ABEND NEN JOINT RAUCHEN UND ES DIR SELBER MACHEN WEIL DU ECHTE NÄHE NICHT ZULASSEN KANNST UND WEITER MACHEN MIT DEPRESSIVEN ODER ALKOHOLISCHEN JUNGEN MÄNNERN DIE NACH DEINER PFEIFE TANZEN WEIL NEN MANN DER SEINE MEINUNG SAGT PACKST DU JA NICHT OBWOHL DU DICH SO SEHR GANZ GENAU DANACH AUCH SEHNST ICH HAT DIR PAAR MAL GESAGT DASS IM ZWEITEN TEIL NE MENGE VON DEINEM SCHEISS HOCH KOMMT DU SCHNALLST EINFACH NOCH NICHT DASS DU DAS IM KURS AUF DEIN GANZES UMFELD PROJEZIERT HAST UND VOLL IN DEINEM FILM WARST FÜR TAGE DANN RENNST DU WEG WO ES IN DEN DRITTEN TEIL GEHT UND DU DAS ZEUG DISKREIRST VIEL SPASS MIT DIESEM MUSTERLEBEN! ÜBRIGENS ES GIBT EIN GERICHTSURTEIL DAS IST AUF DER AVATARWEBSITE ZU FINDEN DA STEHT EINDEUTIG DASS SEKTEN UND GELDZEUG VERLEUMDUNG IST!

das war ein master, ein wizard... der selbst so weise sein sollte, dass solche zeilen gegen ihn verwendet werden können. deshalb habe ich den kurs auch abgebrochen, so neugierig auf ein wunder war ich nicht, denn mein menschenverstand und mein bauch sagten mir schon, was richtig und was falsch ist. nicht leute, die glauben in kurzer zeit heilig zu sein und über andere urteilen zu müssen, was sie in der vergangenheit erlebt haben. ich finde jeder mensch ist toll, egal welche vergangenheit er aufweist, jedoch sollte jeder individuell bleiben und sein eigenes leben leben und nicht das leben von irgendwas das nicht zu greifen ist... und vor allem sollte ein mensch, respekt und anstand besitzen... und wenn er lehrt erst recht!

liebe leute, hoffentlich wird euch das helfen, ... auch wenn sie sagen im internet würden so viele schindludergeschichten kurieren, die alle nicht war sind und das sei verleumdung, gerichtsurteil hin oder her, meine erfahrung sagt mir ... ICH WILL MEIN GELD ZURÜCK ! ... lest weitere berichte und vermeidet ein besuch!

petra

 

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