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denken im wandel - esoterikboom & sinnsuche

Dass Hugo Stamm die Machenschaften von Sekten gnadenlos unter die Lupe nimmt, ist bekannt. Doch wie erklärt er sich die gegenwärtige Sinnkrise, die dem derzeitigen Esoterik-Boom zugrunde liegt? Welche Chancen gibt er der Esoterik, wo lauern die Gefahren? Und nicht zuletzt: Was bedeutet für ihn Spiritualität? Differenzierte Antworten auf konkrete Fragen.

Annabelle: Verurteilen Sie die Esoterik?

Hugo Stamm: Nein, ich verurteile sie nicht. Die meisten Disziplinen haben durchaus einen guten Kern. Sie können in unserer überbetont rationellen Welt und unserem auf Erfolg und Effizienz getrimmten Alltag wichtig für eine harmonische Persönlichkeitsentwicklung sein. Aber leider stelle ich fest, dass wir mit unserem rationalen Bewusstsein auf uns unbekannte Disziplinen losgehen und sie entsprechend unseren Wertmassstäben "betreiben". Auf diese Weise werden wir ihnen aber nicht gerecht. Gerade weil es sich um Alternativen zu unserer Denkweise handelt, sollten wir uns ganz vorsichtig herantasten, um zunächst einmal ihr Wesen zu erfassen. Aber wir stürzen uns förmlich auf die diversen Therapien, Meditationen und Rituale, wollen in möglichst kurzer Zeit möglichst viele mystische Erfahrungen machen und rasch "erleuchtet" werden. Dabei realisieren wir nicht , dass wir Gefahr laufen, die Essenz dieser Disziplinen zu zerstören. Wir verstehen und betreiben die Esoterik mit unserem Leistungsdenken, binden sie an einen Zweck und an eine zeitliche Vorstellung. Für mich ist dies eine Pervertierung der Esoterik, wobei ich mich vor allem auf die fernöstlichen Bewusstseinsprozesse beziehe. Man darf sich ihnen nicht nähern mit der Absicht: "Ich will ein bestimmtes Ziel in einer bestimmten Zeit erreichen." Der esoterische Weg ist ein zweckfreier und zeitloser Weg nach innen, bei dem man nicht weiss, wohin er führt. Sobald ich aber an einen Workshop gehe in der Hoffnung, dass meine Migräne nachher weg ist oder ich durch Tantra meine blockierten sexuellen Energien lösen kann, wird Spiritualität quasi verfügbar gemacht, die Energien werden kanalisiert. Allenfalls – und das ist das Verführerische daran – entsteht durch die Gruppenenergie ein euphorisches Gefühl, das suggeriert: "Jawohl, dieser Workshop hat mir unheimlich viel gebracht." Und in dieser Euphorie fühle ich mich befreit, es geht mir im Moment besser. Viele leiten daraus den Irrglauben ab, in höhere Bewusstseinssphären gedrungen zu sein. Ich glaube aber, dass in vielen Fällen die ursprünglichen Probleme im Endeffekt sogar noch verstärkt werden.

Annabelle: Wie erklären Sie sich den Esoterik-Boom, und was sind die Gefahren?

Hugo Stamm: Ich stelle fest, dass die Leute verunsichert sind. Verunsichert durch den Wertewandel und die damit verbundene Sinnkrise. Verunsichert durch die globalen Bedrohungen, den Zerfall der sozialen Strukturen und den verwirrenden Pluralismus. Nur: Die seelische Entwicklung der Menschen hält mit den schnellen Umwälzungen oft nicht Schritt. In dieser Desorientierung suchen die Menschen nach stabilen Werten, nach klaren Wegweisern und Heilsrezepten. Dies ist der Nährboden, den sektiererische Organisationen – und übrigens auch radikale politische Gruppierungen – für ihre Zwecke benutzen. Polarisierungen sind nicht zuletzt Ausdruck dieser allgemeinen Verunsicherung. Daraus ist ein immenses Geschäft geworden, es gibt unzählige Scharlatane, die sich auf diesem Feld tummeln und die Leute mit völlig überrissenen Versprechungen ködern. Eine weitere Gefahr der Esoterik sehe ich in der Überbetonung des Individuums, wo der einzelne sich als Bauchnabel des eigenen Kosmos betrachtet, nur noch an seiner Erleuchtung interessiert ist und die soziale Verantwortung verliert. Die Vision vom göttlichen Funken ist zwar schön, aber die Gefahr gross, dass der Einzelne Allmachtsgedanken entwickelt und egozentrisch, ja zum asozialen Wesen wird. Es wäre kein Problem, wenn wir die Erfahrungen der esoterischen Disziplinen und Therapien in unseren Alltag integrieren könnten . Aber es ist leider oft so, dass wir die Verbindung zur Alltagsrealität nicht schaffen, weil wir nicht in der Geisteshaltung und Kultur, der die mystischen und spirituellen Ideen entsprungen sind, verwurzelt sind. Ausserdem möchten viele ihre euphorischen Erlebnisse, Glücksgefühle und spirituellen Energien wie Paradiesvisionen "konservieren", denn im "banalen" Alltag wirken diese plötzlich nicht mehr so exotisch und phantastisch. Aber wenn das Umsetzen in den Alltag nicht möglich ist, verlieren sich die Leute in eine Scheinwelt, was für die Persönlichkeitsentwicklung verheerend sein kann und mitunter zu psychisch heiklen Reaktionen führt: Depressionsneigung oder Anflüge von Paranoia, mit denen diese Menschen im normalen Alltag umzugehen gelernt haben, können durch esoterische Grenzerfahrungen verstärkt werden, weil ein Teil des Bewusstseins abgespalten wird. Ich kenne Fälle aus der Beratungspraxis, da haben Menschen letztlich nicht mehr aus ihrer Scheinwelt herausgefunden, sind zu Sozialfällen geworden und mussten in psychiatrische Kliniken eingeliefert werden. Solche psychischen Reaktionen können nicht zuletzt auch auftreten, weil viele selbsternannte Meister, Meditationslehrer und " Schamanen" unseriös arbeiten und ihre eigenen Erfahrungen nicht verarbeitet haben. Ich bin durchaus dafür, dass wir unsere rationale Denkweise im Westen mit spirituellen Erfahrungen ausgleichen und versuchen, mit fernöstlichen und anderen kulturellen und philosophischen Konzepten eine Synthese zu finden. Das ist jedoch nur in einem langsamen Entwicklungsprozess möglich und nicht in alter "kolonialistischer" Manier machbar.

Annabelle: Was kritisieren Sie konkret am heutigen esoterischen Angebot?

Hugo Stamm: Das geistige Niveau dessen, was die esoterischen Strömungen nach aussen hin manifestieren, ist in meinen Augen erbärmlich tief. Zum Beispiel die Art und Weise, wie Workshops und Therapien angepriesen werden: Wenn etwa ein Medium von der Fussreflexzonenmassage bis zur Rückführung und zu Bachblüten, Tantra und Geistheilen alles anbietet und gleichzeitig von sich behauptet, es sei hellhörig, hellfühlig und würde darüber hinaus noch Jenseitskontakte herstellen ... Mich wundert auch das banale Grundverständnis, von dem Meditationslehrer und Seminarleiter oft ausgehen und von dem sich die Leute blenden lassen, ohne zu revoltieren. Hinzu kommt, dass es in diesem Bereich keine gegenseitige Kontrolle, also keine Supervision gibt. In allen anderen Disziplinen wie in der Medizin, Psychologie – soviel man hier auch kritisieren könnte – findet ein Meinungsstreit, ein wissenschaftlicher Diskurs statt. Hingegen gilt im esoterischen Bereich alles als "wahr", was wahrgenommen werden kann, selbst wenn es noch so abstrus und abwegig daherkommt. Diese Selbstgerechtigkeit und die Tatsache, dass alles geduldet wird, was da so kreucht und fleucht in diesem Supermarkt, ist für mich eigenartig. Und dass das gerade bei Disziplinen der Fall ist, die sich mit universalen Gesetzmässigkeiten befassen, irritiert mich kolossal. Und auch, dass sich so viele "Esoteriker" über alles erhaben fühlen und ihre Emotionen reduzieren. Die Einstellung "Alles ist Karma und berührt mich nicht" kann für die Persönlichkeitsentwicklung heikel sein. Natürlich ist es gut, im richtigen Moment gelassen zu sein, Emotionen sollen das Handeln nicht behindern. Aber um handeln zu können, braucht es zuerst Emotionen. Wir sind nun einmal Gefühlswesen und müssen ab und zu emotionsgeladen reagieren. Wer das nicht zulässt, verdrängt etwas. Und wenn jede menschliche Regung sofort eine höhere esoterische Bedeutung erhält und wir nur noch in diesen Kategorien denken und empfinden, kommt es soweit, dass man morgens über dem Datum pendeln muss, um sich zu beruhigen. So geht doch jede Spontaneität verloren. Und das Resultat davon ist, dass wirklich spirituelle Menschen diesem Jahrmarkt ausweichen, dass Intellektuelle, die auch spirituell sind, sich lieber fernhalten.

Annabelle: Was bedeutet für Sie Spiritualität?

Hugo Stamm: Spiritualität ist in meinen Augen überhaupt nichts Spektakuläres. Ich versuche sie im Alltag zu erfahren und umzusetzen. Spirituell ist jede Erfahrung, jede Begegnung, die eine Saite im mir zum Klingen bringt, die dann nachschwingt. Ein Spaziergang im Wald, aber auch schmerzliche Lebenserfahrungen gehören dazu. Jeder Moment, der mich in einen alternativen Erlebnisbereich führt, beinhaltet für mich Spiritualität. Das kann ein Gespräch sein wie dieses hier, in dem ich Sie als Person auf eine neue Art erfahre, was mir wiederum Energie gibt. Spiritualität umfasst alles, was das emotionale Erfahrungsspektrum erweitert. Das kann auch direkt religiösen Charakter haben. Die Essenz des Lebens liegt sicher im spirituell-mystischen Bereich, aber diese Erfahrungen sollen nicht forciert werden. Wir müssen unser Leben, unsere Bestimmung leben. Wenn wir dies so harmonisch und eigenverantwortlich wie möglich tun, dann werden wir automatisch spirituelle Erlebnisse haben- sofern wir sie als solche erkennen. Selbstverständlich sollen wir uns auch klar werden darüber, wie solche Prozesse ablaufen, und diese dann auch verstärken. Aber ich denke, spirituelle Erfahrungen muss man im Alltag suchen. Und auch wenn dieser manchmal kalt und chaotisch anmutet, bietet er doch viele Nischen dafür. Ich sage nicht, dass man nicht auf bewusste Art und Weise Rituale und spirituelle Gruppenerfahrungen machen soll. Wir sind soziale Wesen, wir brauchen Erfahrungen im Kollektiv, und es ist auch befreiend zu spüren, wie diese sich in der Gruppe potenzieren können. Aber verarbeiten können wir sie nur als Individuum.

Annabelle: Wir befinden uns in einer Sinnkrise. Alte Werte haben ausgedient, neue sind noch nicht gefunden. Wie schätzen Sie das gegenwärtige spirituelle Klima ein?

Hugo Stamm: Wir sind spirituelle Wesen und haben religiöse und mystische Bedürfnisse, die befriedigt werden müssen, weil sonst keine harmonische seelische Entwicklung stattfindet. Diese Bedürfnisse haben wir lange Zeit in unserer rationalen, von Technik und Wissenschaft bestimmten Welt verdrängt oder verleugnet. Und das holt uns jetzt ein. Gleichzeitig zerbröckeln Funktion und Einfluss der Landeskirchen. Dadurch entsteht ein spirituelles Vakuum, das die Leute desorientiert und zu dieser kritiklosen Übernahme von allem " Mystischen" bewegt. Wir gehen mit Spirituellem häufig so um wie mit Ersatzbefriedigungen: Wir konsumieren es. Je exotischer etwas daherkommt und je grösser die Versprechungen sind, desto mehr lassen wir uns blenden. Und ein grosser Teil der Bevölkerung ist anfällig für solche einfache Heilstheorien. In dieser Hinsicht haben die Leute keine Wertmassstäbe und Vergleichsmöglichkeiten. Sie sind fasziniert von allem Neuen, was sich in dieser Welt – und oft ist es eine Scheinwelt - auftut. Weil sie nämlich nicht mehr "geerdet" sind und auf eigene spirituelle Erfahrungen zurückgreifen können.

Annabelle: Was raten Sie denn einem Menschen, der auf Sinnsuche ist?

Hugo Stamm: Er muss zunächst einmal erkennen, dass ihm das innere Instrumentarium im Umgang mit esoterischen Disziplinen fehlt. Und wer sich auf Neuland vorwagt, sollte sich ganz vorsichtig bewegen, immer wieder Distanz nehmen, sich selbst und seine Reaktionen beobachten und erst dann den nächsten Schritt wagen. Wir hingegen neigen dazu, in unserer Konsummentalität gleich alles zu vereinnahmen. Wir meinen, als hochgebildete Westeuropäer alles bestens integrieren zu können. Die Globalisierung der Gesellschaft und die Vermischung der Kulturen ist eine Chance, dank der fremde Kulte und Rituale auch bei uns praktiziert werden. Aber wo sich neue Welten auftun, sind auch Gefahren vorhanden. Deshalb muss man Neues immer wieder hinterfragen. Damit tun sich viele schwer, weil sie Angst haben, das "neue Glück" wieder zu verlieren.

Annabelle: Wann weist eine Gruppe, die eine Heilslehre vermittelt, sektiererische Züge auf?

Hugo Stamm: Es geht mir weniger um Lehrinhalte und Glaubensfragen, wichtiger ist, wie eine religiöse oder esoterische Gemeinschaft mit ihren Anhängern umgeht. Für mich ist entscheidend, ob die Leute entmündigt werden, ob ihre Entscheidungsfreiheit beschnitten wird, ob die Erfordernisse der Gruppe über den individuellen Bedürfnissen stehen, ja, ob man sich aufgeben muss, wenn man in der Gruppe aktiv werden will, und ob man sich das Heil erhofft. Wenn diese Art von Bewusstseinskontrolle stattfindet, wenn Leute in eine Abhängigkeit getrieben und in eine Scheinwelt gelockt werden, bewirkt eine Gemeinschaft genau das Gegenteil dessen, was sie vorgibt: Dann führt sie die Mitglieder nämlich nicht in die Freiheit, sondern bindet sie an die Gruppe, an eine Heilslehre. Von einer Sekte spreche ich auch dann, wenn ihre Führer behaupten, den alleinseligmachenden Weg zu vermitteln, oder wenn ein Feindbild besteht, eine Abschottung zur Aussenwelt stattfindet und wenn Geld eine wichtige Rolle spielt.

Annabelle: Und wie schafft jemand den Ausstieg?

Hugo Stamm: Das ist ja das Dramatische. Wenn ein Mensch ein Jahr lang in einer solchen Bewegung mitmachen könnte, um dann zu realisieren: "Ah, jetzt habe ich mich verrannt", und aussteigen würde, dann hätte er einen wichtigen Lernprozess gemacht, der ihn künftig für ideologische Beeinflussungsversuche sensibilisieren würde. Aber gerade weil es sich dabei um eine Form von Seelenwäsche handelt, gerät er in die Abhängigkeit und kann nicht mehr aussteigen. Gruppendynamische Methoden wie zum Beispiel Rituale können endorphine Reaktionen (Endorphine: vom Gehirn ausgeschüttete, euphorisierende Substanzen) auslösen, die wiederum zu Suchtverhalten und emotionaler Regression führen können. Und auf diese Weise findet kein Lernen mehr statt. Erst nach einem unglaublich schmerzhaften Prozess, erst, wenn die "Batterie" leer ist und jemand in einen derartigen Psychostress gerät, dass er nicht mehr die Kraft hat, die Fassade aufrechtzuerhalten, kracht sie zusammen. – Dann steigt er aus. Aber nicht selten braucht er nun psychologische Betreuung. Wenn jemand mit seinem ganzen Bewusstsein über Jahre hinweg besetzt gewesen ist, ist es fast so, als käme er vom Mond und müsste sich hier eine neue Identität aufbauen.

Annabelle: Liegt Ihrer Motivation, Sektenmissbrauch aufzudecken, ein negatives, persönliches Erlebnis zugrunde?

Hugo Stamm: Nein. Ich bin rein beruflich in dieses Gebiet hineingerutscht. Was mich stutzig gemacht hat, ist die Diskrepanz zwischen der schönen Fassade einer Sekte und ihren vereinnahmenden Strukturen und entmündigenden Praktiken. Sie sind dermassen raffiniert, dass der Betroffene nicht merkt, wenn er zum Werkzeug einer totalitären Organisation wird. Vor zwanzig Jahren hat man diese Gefahren überhaupt noch nicht erkannt.

Annabelle: Sie stehen oft im Brennpunkt der Kritik. Wie gehen Sie mit dem Vorwurf um, Sie würden zu stark polarisieren?

Hugo Stamm: Es gibt heute mehrere hundert Organisationen – auch aus dem Bereich der Esoterik und der Theosophie – mit vereinnahmenden oder sektiererischen Zügen. Zehntausende Gläubige haben sich in den Bann ziehen lassen. Trotz den Massakern der Sonnentempler und der Aum-Sekte wird das Phänomen bei uns immer noch unterschätzt. Ich zeige seit Jahren beharrlich den Missbrauch in solchen Bewegungen auf, wobei ich mir natürlich nicht nur Freunde schaffe und oft angegriffen werde. Doch dies gehört zu meinem Beruf, ich habe gelernt, damit zu leben. Auf meine Artikel, Bücher und bei den Vorträgen erhalte ich aber auch viele positive Reaktionen.

Annabelle: Wie sieht denn Ihre Zukunftsvision einer spirituellen Gesellschaft aus?

Hugo Stamm: Das ist für mich eine aufgeklärte Gesellschaft, die dem einzelnen viel Freiheit lässt. Ideal wäre, wenn alle verantwortungsbewusst mit ihrer Freiheit umgehen könnten, ohne dabei die Verantwortung fürs Kollektiv zu verlieren. Ich habe Angst vor der Massengesellschaft, vor einheitlichen religiösen Heilstheorien. Mir ist bewusst, dass es in unserer vernetzten Gesellschaft enorm viel Bewusstseinsarbeit und Toleranz braucht, damit sich mündige Menschen auf einer individualisierten Basis entwickeln können. Und auf einer solchen sind für mich alle Formen von Spiritualität und mystischer Erfahrung zugelassen und wichtig. Je vielschichtiger diese Erfahrungen sind, desto lebendiger ist die Gesellschaft. Jeder soll die Möglichkeit haben, seine eigenen spirituellen, mystischen und religiösen Erfahrungen zu machen, sein eigenes Weltbild in einem Prozess zu erarbeiten. Kritisch wird es erst, wenn er sich von Heilsbringern mit doktrinären Ideen blenden lässt.

 

Informationsstellen:

Schweizerischer Verband für Natürliches Heilen (SVNH)
Postfach, 3004 Bern, & 031/ 302 44 40

Schweizer Parapsychologische Gesellschaft (SPG) 
Zollikerstr. 269a, 8008 Zürich, & 01/ 422 56 62

George Paul Huber, LIVITRA (Ausbildungszentrum für Geistheiler) 
Bahnhofweg 3, 5604 Hendschikon, & 062/ 891 76 30 

Weiterführende Literatur:

Hugo Stamm: Sekten. Im Bann von Sucht und Macht
Ausstiegshilfen für Betroffene und Angehörige.
Hugo Stamm erklärt als langjähriger Kenner der Szene die Indoktrinationsmethoden und gibt Ausstiegshilfen. (Kreuz-Verlag) 

Margrith und Rüdiger Dahlke: Die spirituelle Herausforderung
Eine Einführung in die zeitgenössische Esoterik.
Zwei Autoren, die seit Jahren in diesem Bereich therapeutisch arbeiten, bieten umfassende Orientierungshilfe: Wie sieht das esoterische Weltbild aus? Was sind die kritischen Aspekte der Esoterikwelle? Was hat es mit Channeling auf sich? Was ist von der Reinkarnationstherapie zu halten, vom neuen Hexenkult, und so weiter? (Heyne-Verlag)

Thorwald Dethlefsen: Schicksal als Chance
Das Urwissen zur Vollkommenheit des Menschen.
Moderne Naturwissenschaften versus esoterisches Weltbild. Einer der bekanntesten Vertreter der esoterischen Psychologie gibt in diesem Klassiker Auskunft über die grundsätzlichsten Fragen der Astrologie, Homöopathie und Reinkarnation. (Goldmann-Verlag)

Hans-Dieter Leuenberger: Das ist Esoterik
Eine Einführung in esoterisches Denken und in die esoterische Sprache.
Idealer "Reiseführer" für Einsteiger, der das notwendige Grundwissen vermittelt, sowie die wichtigsten Teilgebiete der Esoterik kurz erläutert. (esotera Taschenbücher)

Susanne G.Seiler: Die richtige Therapie finden
Ganzheitliche Methoden für Körper, Geist und Seele.
Praktischer Kompass, der über die gängigsten ganzheitlichen Methoden informiert. Alphabetisch geordnet, mit vielen Hinweisen auf Literatur, Musik und Kontaktadressen. (Kösel-Verlag)

© Annabelle. Erstmals erschienen im Magazin ANNABELLE Nr. 12/96, Fotos Adrian Fritschi

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