Ein Zeitungsartikel über den heutigen Prozeß.
Wort+Geist „muss Meinungsfreiheit aushalten“
Unterlassungsprozess im Landgericht gegen norddeutschen Seelsorger–Vergleich scheitert
Von Christine Pierach
Die Röhrnbacher „Wort+Geist Stiftung“, die sich selbst als christliche Freikirche beschreibt, will, dass der auch im Internet populäre Lübecker Seelsorger Rolf Wiesenhütter bestimmte Kritik unterlässt. Sie klagt auf Unterlassung und fordert 1000 Euro Schadenersatz. Gestern war Prozessauftakt im Landgericht.
Hintergrund sind ein ZDF-Fernsehbericht vom Oktober 2009 im Magazin „Frontal 21“, ein Bericht darüber in einem Röhrnbacher Wochenblatt und ein Leserbrief des beklagten Seelsorgers, veröffentlicht in Druck- und Internet-Version des Blattes. Wiesenhütter schreibt, den TV-Aufnahmen habe die Stiftung erst „unter erheblichem Druck“ zugestimmt. Wort+Geist sei „wie ein Strukturvertrieb“, erfolgsbedingt sei es „in religiöse Wahnvorstellungen umgeschlagen“. Der Seelsorger spricht von der „schlimmsten Sekte, die es in Deutschland jemals gegeben hat“, sie habe Spaltung, Persönlichkeitsverlust und zerstörte Ehen und Familien verursacht.
Auf eine Diskussion zur Sache ließ die Zivilkammer sich gestern nicht ein. Unter den Zuschauern war neben Anhängern beider Seiten auch Sektenbeauftragter Martin Göth. Der Richter stellte klar, dass „Meinungsäußerung unter dem Schutz des Grundgesetzes steht.
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